Zucht |
|
UnterbringungWärend der Zucht werden die Boxen auf einer Seite mit immergrünem Gestrüpp oder Schilf ausgestattet, wobei darauf geachtet wird, daß die Roten Tropfenastrilde Bodenbrüter sind, vgl. Abb. 9 und 10. RevierbildungEine freie Revierbildung ist bei uns wegen der Boxenhaltung nicht möglich. PaarbildungAuch eine freie Paarbildung hat bisher bei uns nicht stattgefunden. Die von uns verpaarten Vögel haben bisher zuverlässig gebrütet und Jungvögel aufgezogen. Die Paare bleiben auch in der Ruhezeit zusammen. BalzzeitSobald ein entsprechend ausgestatteter Käfig und ein reichhaltiges Futterangebot zur Verfügung stehen, kommen die Vögel in Brutstimmung und beginnen mit der Balz, vgl. Abb. 11. Die Balz findet fast ausschließlich auf dem Boden statt, vgl. Abb. 12. Das Mänchen balzt in der Regel mit einem Halm oder einer Feder im Schnabel, indem es sein Bauchgefieder spreizt und zeitlupenartig um das Weibchen hüpft und der Oberkörper eine Auf- und Abbewegung vollzieht. Dabei ist der perlende Balzgesang deutlich zu vernehmen. Dieses Verhalten haben wir auch häufig beim Weibchen beobachten können. Die Paarungsbereitschaft signalisiert das Weibchen durch Flirren mit dem Schwanz, welches auch umgekehrt vom Männchen bei Werbung durch das Weibchen ausgeübt wird. Die Kopulation findet auf dem Boden statt, wobei das Männchen schnell und kräftig mit den Flügeln schlägt. Die Paarung dauert für Prachtfinken relativ lange (bis zu einer halben Minute). Die Balz endet mit Brutbeginn. NestbauDas Nest wird aus Kokos- und kurzen Sisalfasern in zwei bis drei Tagen im Gebüsch auf dem Boden meist während unserer Abwesenheit erbaut, so daß wir keine genauen Aussagen darüber machen können, wer am Nestbau beteiligt ist. Wenn das Nest fast fertig ist, übernimmt das Weibchen das Auspolstern des Nestes mit Federn und kurzen Sharpiefasern, die das Männchen heranschafft, vgl. Abb. 13. Wir reichen diese Federn, da sich die Vögel anfangs an den Flanken und im Nacken gänzlich kahl gerupft haben, um ihr Nest auszupolstern. Trotzdem hat das Rupfen bei einem Paar nicht ganz aufgehört. Das Nest ist kugelförmig mit einer nach unten weisenden, angedeuteten Eingangsröhre, so daß die Vögel sich beim Betreten des Nestes ducken müssen. EiablageEtwa eine Woche nach Beginn des Nestbaus legt das Weibchen das erste Ei. Täglich wird ein weiteres Ei gelegt, bis das Gelege mit vier bis fünf Eiern komplett ist. BrutMit dem vorletzten Ei beginnt die Bebrütung des Geleges, die über Tag von beiden Partnern vorgenommen wird, nachts brütet das Weibchen. Bei der gegenseitigen Ablösung wird meist vom gerade nicht brütenden Partner - vor allem vom Männchen - eine Feder oder etwas weiches Nistmaterial als Ablösungsgeschenk mitgebracht. Die Brut dauert etwa 13 Tage. Insgesamt haben unsere beiden Brutpaare von 1994 bis 1997 46 Jungvögel (30,16) in 17 Bruten großgezogen, mitgezählt sind auch erfolglose Brutversuche. Die Paare dürfen bis zu drei Bruten pro Jahr durchführen, danach wird eine halbjährige Zwangspause eingelegt. Trotz gleicher Haltungsbedingungen waren die Bruterfolge der Paare sehr unterschiedlich und auch von Jahr zu Jahr verschieden. Nach der dritten Brut werden alle Nistgelegenheiten entfernt, da die Vögel sonst weitere Bruten durchführen würden. Etwa vier Wochen später beginnt die Mauser. Aufzucht der JungvögelInnerhalb von anderthalb Tagen schlüpfen die fleischfarbenen Jungvögel. Sie besitzen hellgraue Dunenfedern am Kopf und gelbliche Schnabelwülste. In der ersten Woche nach dem Schlüpfen füttern die Eltern fast ausschließlich tierisches Futter, das mindestens dreimal täglich frisch gereicht wird. Danach wird vermehrt Keimfutter aufgenommen, gleichzeitig geht die Aufnahme an tierischem Futter etwas zurück. Die Eltern lösen sich etwa alle 90 min beim Hudern ab; der ablösende Partner füttert die Jungvögel. Im Alter von sechs bis sieben Tagen werden die Jungvögel mit geschlossenen 2,7 mm Ringen beringt, vgl. Abb. 15. Nach sechs bis sieben Tagen hören die Eltern auf zu hudern und es dauert noch etwa weitere zwölf Tage, bis die Jungvögel das Nest innerhalb von zwei Tagen verlassen. In den ersten zwei Tagen verlassen sie das Nest nur kurz, kehren aber bald nicht mehr dorthin zurück. Beim ersten Ausflug sind die Jungvögel nur etwa halb so groß wie die Eltern, die Federn sind teilweise erst halb aus den Kielen gewachsen. Dementsprechend ungeschickt und ungestüm fliegen sie bei Störungen auf. Etwa drei bis vier Wochen später sind die Jungvögel selbstständig und haben die Größe ihrer Eltern erreicht. Mit ca. sechs Wochen beginnt die Jugendmauser, die mit drei Monaten beendet ist. Im Alter von etwa sechs Wochen werden die Jungvögel von den Eltern getrennt, weil sie sonst die nächste Brut der Eltern stören würden. Bei der dritten Brut können die Jungvögel bis zum Alter von drei Monaten bei den Eltern verbleiben. Spätestens dann fangen aufgrund der einsetzenden Geschlechtsreife Revierkämpfe an, so daß die Jungvögel getrennt werden müssen. |
Abbildung 9: Mit grünen Ästen ausgestatteter Käfig.
Abbildung 10: Ausstattung eines Käfigs mit immergrünen Ästen.
Abbildung 11: Balzendes Pärchen auf einem Ast.
Abbildung 12: Typische Halmbalz auf dem Boden.
Abbildung 13: Pärchen sammelt Federn zum Auspolstern des Nestes.
Abbildung 14: Fünf bis sechs Tage alte Jungvögel im Nest.
Abbildung 15: Etwa sechs Tage alte Jungvögel beim Beringen. |
Startseite Rote Tropfenastrilde